Von Oberbürgermeister Dr. Martin Antonow gab es zunächst einführende Worte zur allgemeinen Lage in Brand-Erbisdorf, die seit Dezember 2014 mit der Einrichtung eines Asylbewerberheimes in der Külzstraße eine andere geworden ist.

Emotionale Debatte

Nach 10 Minuten Redezeit und im Rahmen der ersten Diskussionbeiträge musste das Stadtoberhaupt dann ein lautstarkes Rededuell - über mehrere Sitzreihen hinweg - mit einem Gast namens Kirsch (der ging wutentbrannt nach 50 Minuten) durchstehen. Immerhin gab es kein Problem, das Forum sofort in Gang zu setzen, so schnell gingen die Hände hoch. Aussagen wie „Wir leben in einer Ebene der Desinformation", „Unsere Fahrerinnen werden von Asylbewerbern als Busschlampen tituliert", „Wer gibt mir die Sicherheit in Brand-Erbisdorf zurück?" zeigten, dass die Asylproblematik inzwischen nun auch im Erzgebirge zu einer Frage der inneren Sicherheit geworden ist.

Neben OB Antonow beantwortete auch Jörg Höllmüller, zuständiger Geschäftsbereichsleiter im Landratsamt, Fragen der Forumteilnehmer. Demnach gibt es im Kreis Mittelsachsen im Moment etwa 6.000 Ausländer, darunter 1.500 Asylbewerber. Höllmüller: „Jede Woche kommt ein Bus mit 50 Personen, um die wir uns kümmern müssen. Wir dürfen dabei nicht nach den Gründen fragen. Dass die Kosovaren Wirtschaftsflüchtlinge sind, weiß jeder."

85 Asylbewerber in der Stadt

Genaue Informationen zu den 85 Heimbewohnern in Brand-Erbisdorf gab es ebenfalls: es sind 21 Familien und 20 Einzelpersonen, davon 18 Männer. Die Asylbewerber kommen aus Serbien, Kosovo, Tunesien, Marokko, Pakistan, Syrien, Irak, Mazedonien, Georgien und Palästina. Das ließ aufhorchen, denn nur in zweien von diesen Staaten herrscht momentan Krieg (Syrien, Irak).

Wiederholt kam im Forum die Frage, ob in Brand-Erbisdorf noch ein Heim komme, konkret wurden die Gebäude Zuger Straße (Arge) oder das Hotel nahe des Bartholomäusschachtes genannt. Für 2015 wurde diese Frage verneint, darüberhinaus wollte sich niemand festlegen.

Fazit: Das Verhältnis der Äußerungen von Ablehnung zu Unterstützung der Asylanten lag bei etwa 80 zu 20 Prozent. Die Antworten seitens des Landratsamtes bzw. der Heimbetreiber waren relativ genau. Wie das alles weitergehen und mal enden soll, blieb nebulös oder wie es ein Forumsgast resümierte: „Sie haben keinen Plan!"

 

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