Doch was war der Grund des Massenandrangs? In der letzten Woche hatte die Nassauer Bürgerschaft die Nachricht erhalten, dass in dem von der Campanet GmbH gekauften „Nassauer Hof“ 88 Asylbewerber unterkommen sollen, Herkunft und Zusammensetzung unbekannt. Beim Forum sprach zunächst Bürgermeister Reiner Hentschel: „Es ist die Bundespolitik, die uns übergestülpt wird. Wir wissen ja gar nicht, wen wir da eigentlich ins Land lassen. Ich hatte unter der Woche junge Mütter vor mir, die hatten pure Angst. Und das Schlimmste, es gibt Bürger, die ihren Wohnsitz Nassau nun verlassen werden.“ Er bestritt vehement, von den Asylplänen im Ort gewusst zu haben. Heimatvereins-Vorsitzender Friedrich Göhler: „In dieser Lage sind wir nur durch den Größenwahn und die Inkompetenz von Berlin gekommen. Letztendlich werden wir im eigenen Dorf selbst zu Asylanten.“

Die Veränderungen, die bald durch Nassau gehen werden, dürfte es zuletzt vor 70 Jahren gegeben haben. Besonders unter die Haut ging die Darstellung von Claudia Hetze: „Was wird nun mit der Sicherheit im Ort selbst? Die Schulkinder besuchen sich nachmittags gewohnheitsmäßig gegenseitig. Für die Kita gibt’s keinerlei Sicherheitskonzept. Ältere Leute sind zum Teil ohne junge Hilfe im Haus. Manche fragen sich sogar, wird hier eingekauft oder eingeholt oder wird mein Haustier morgen noch da sein?“ Jörg Höllmüller vom Landratsamt betonte die schwierige Lage des Amtes und die Tatsache, jede Woche 50 neue Asylbewerber unterbringen zu müssen: „Uns überrollt eine Welle“. Um diese zu stoppen, forderte MdL Steve Ittershagen die sofortige Einführung von Grenzkontrollen – was ihm natürlich viel Zustimmung und Beifall unter den ausharrenden Zuschauern einbrachte. Doch letztendlich machte auch der CDU-Politiker klar, dass nur die Berliner Regierung die Entscheidung treffen kann.

Wobei man wieder bei den Erinnerungen an 1989 wäre, damals ließ man ja in „Pankow“ auch alles laufen, Honecker war krank und wollte keinen Ärger im Vorfeld des 40. Jahrestages. Die Quittung folgte bekanntlich...

 

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