Kommentar und Foto von Dr. Jörg Bretschneider, Kreisrat der AfD Mittelsachsen

Ein erstaunliches Plakat säumt anlässlich des aktuellen Wahlkampfs die Straßen in (Mittel-)Sachsen – als „Mutbürger“ präsentieren sich damit die "Freien Wähler".

Nun ist es zweifellos lobenswert, wenn sich Bürger für Sachsen engagieren, sei es bei den Freien Wählern oder anderen Parteien. Unsere Demokratie lebt von Bürgerbeteiligung. Ohne sie verkommt sie zur Fassade, hinter der der Filz gedeiht.

Allerdings frage ich mich, welchen Mut braucht ein Bürger, um sich bei „Freien Wählern“ zu engagieren? Welchen Gefahren trotzt er, wenn er seinen Namen auf deren Wählerliste setzen lässt?

Gerade im Vergleich zur Alternative für Deutschland, die in nahezu jeder medialen Erwähnung volkser­zie­herisch mit der eigens erfundenen Etikette "rechts­po­pulistisch" konnotiert wurde und wird?

Deren „Personal zu attackieren“ von einem Spitzenfunktionär einer ehemaligen Volkspartei persönlich empfohlen wurde – eine Empfehlung die bundesweit vielfach und auf teils lebensgefährliche Weise wörtlich umgesetzt wurde – unter anderem durch massive Körperverletzungen bei Demos, und in Döbeln durch einen Bombenanschlag auf das AfD-Büro?

Deren Mitglieder um Arbeitsplatz und Karrierechancen gebracht werden, wenn ihr politisches Engagement für eine verfassungstreue, demokratische Partei bekannt wird, denen ein Sturm „zivilgesellschaftlicher“ Entrüstung und gewerkschaftlich organisierten Bespitzelns und Mob­bings entgegenschlägt, sobald sie sich zu aktuellen Fragen äußern, die für jedes Wort bis hinein in den Kreis der Familie und Nachbarschaft Mut brauchen? Für die es „Null-Toleranz“ gibt?

Deren parlamentarische Initiativen regelmäßig an der geballten Ignoranz einer neuen, hochpro­blematischen Einheitsfront all jener scheitern, die in wesentlichen Politikfeldern ihrer Verant­wortung gegenüber den Bürgern, ihrer Verpflichtung für Sicherheit, Bildung und sozialen Frieden nicht nachgekommen sind?

Und ich frage mich angesichts dieser einzigen plakativen Äußerung der Freien Wähler, mit wel­chem inhaltlichen Profil diese „Mutbürger“ denn antreten? Nicht ein einziger programmatischer Schwerpunkt gibt dem Wähler einen Hinweis, welche Katze in diesem Sack steckt und wessen Lied sie zu den überlebenswichtigen Themen singen wird, sollte sie in den Landtag einziehen.

Das gibt zu denken. Gibt es dort eigentlich eine klare Linie? Wenigstens eine rote Linie? Wo stehen die Freien Wähler zum Erhalt unserer Nation? Mit welchem Ansatz wollen sie für die Fachkräfte von morgen sorgen, die ihre Rente erarbeiten müssen? Wie begegnen sie der Landflucht und dem Schwund des heimischen Mittelstands? Und wo unterscheidet sich das Angebot von dem der AfD, der CDU, der Linken? (dass die SPD kein Angebot mehr hat, haben wohl inzwischen auch die letzten Wähler gemerkt…)

Zu einem ehrlichen Angebot gehört, dass man klar und deutlich sagt, was man will, und dass man sich an dieses Angebot zu halten gedenkt, auch wenn die politischen Gegner mit der einen oder anderen Gegenleistung für genehmes Verhalten locken. Diese Qualität im Wahlangebot der Freien Wähler zu entdecken fällt mir schwer. Wer sich mit einem Opferstatus schmückt, der sachlich eigentlich jemand anderem zustünde, um Sympathie abzugreifen, hat seiner Glaubwürdigkeit von Beginn an einen Bärendienst erwiesen.

Der Wähler im Jahr 2019 ist wacher, gerade hier in Sachsen!

Er will keine Trittbrettfahrer, sondern Problemlöser, die nicht umkippen, wenn der Gegenwind Sturmstärke erreicht, die auch im medialen „Shitstorm“ das Schiff auf dem vom Wähler gewollten Kurs halten.

Er will keine Besserwisser, die ihn fortwährend über seine Unmündigkeit belehren, und keine machtversessenen Technokraten, die ihm von oben herab erklären, es gebe keine Alternative.

Er will Menschen am Ruder, die meinen, was sie sagen und wissen, was sie tun, mit Vernunft und Augenmaß, aber auf einer klaren Linie – für unser Sachsen, für unser Deutschland, für die Welt – und in dieser Reihenfolge.