Andrea Kersten

von Andrea Kersten, MdL

 

Eine in jedem Fall höhrenswerte, manchmal etwas "trockene", aber immer erhellende Veranstaltung.

Bei jedem Referenten konnte man etwas mitnehmen. Prof. Patzelt hat mich allerdings besonders beeindruckt. Obwohl er schon immer recht klare Worte fand, auch wenn diese nicht dem politischen Mainstream entsprachen, hat er am Samstag aus meiner Sicht nochmal zugelegt. Mit seinem allgemeinen Äußerungen, die aber eben ganz auf die spezifische Entwicklung der AfD ausgerichtet waren, hat er allen klar gemacht, warum die AfD in so kurzer Zeit so erfolgreich werden konnte.

 

Gleichwohl hat er aber auch den etablierten Parteien den Weg aufgezeigt, wie schnell man der AfD den Nährboden entziehen könnte. Ich gehe mal davon aus, dass diese den Mut dazu nicht haben werden.

Wovon ich allerdings enttäuscht, ja sogar entsetzt bin, ist die Berichterstattung in den Medien. In den gemäßigten Darstellungen wurde wenigstens zum Teil die thematische Ausrichtung des Kongresses und die Beiträge der Referenten erwähnt, um dann aber die internen Probleme der AfD zu thematisieren. Den Vogel schoss aber tatsächlich der MDR ab, welcher postulierte, dass die AfD-Fraktion Sachsen auf ihrem Kongress eigentlich über Demokratie sprechen wollte, es  tatsächlich aber überwiegend nur um die internen Querelen gegangen wäre. 

Ein größere Lüge ist mir noch nicht untergekommen. Abgesehen vom Eröffnungs- und Schlusswort von Frauke Petry sowie einiger kurzer Begrüßungsworte anderer Landesverbände haben von 11.00-18.00 Uhr ausschließlich die geladenen Referenten vorgetragen. Die AfD hat in deren Beiträgen nun gar keine Rolle gespielt. Eine solche Berichterstattung hätte ich mir wahrlich nicht träumen lassen.