Bild veröffentlicht mit freundl. Genehmigung der Wochenzeitung Junge Freiheit: Die Euro-Rettung als Brüsseler Possenspiel Foto: picture alliance/blickwinkel

von Marko Winter

Angesichts fünfjähriger Rettungsroutine ist es fast amüsant den Verlauf der Daily Soap zu beobachten, welche uns vorgespielt wird. Der Handlungsablauf dieses Stücks ist faktisch immer ähnlich, trotz dramatischer Schlagzeilen. Weniger Amüsant ist es, dass wir als Statisten - d.h. als Steuerzahler, Sparer, Rentenbeitragserbringer - die Kosten des Weges in die ruinöse Weichwährung tragen.

Fortsetzung von Folge 1882: Was geschah letzte Woche? Unter großer Aufmerksamkeit der Medien hetzten alle Akteure von Gipfel zu Gipfel und verhandelten Nächte und Tage, allerdings ohne Erfolg. Sollte alles Umsonst gewesen sein?   

Statt der Folge "Wundersame Einigung in letzter Minute" wird heute die Folge "Rätselhafte Fast-Pleite" gespielt. Die Handlung in Schlagzeilen:

Sonntag - FAZ: EZB verweigert griechischen Banken zusätzliche Hilfen

Montag - FAZ Griechenland vor der Pleite - Merkel will Griechenland-Gipfel erst nach dem Referendum 

Dienstag - Focus: EU lehnt Verlängerung des griechischen Hilfsprogramms ab 

Dienstagnacht lief theoretisch die Frist aus, in welcher fällige Kredite zurückgezahlt werden mussten. Dazu brauchte Griechenland frisches Geld, sonst wäre es insolvent.

Mittwoch - web.de: Na sowas Griechenland hat seine Schulden an den IWF nicht zurückgezahlt - dennoch gibt es weiterhin Hoffnung, dass die Eurogruppe mit Athen zu einer Einigung im Schuldenstreit kommt.

Donnerstag - FAZGrexit Ausschluss nicht vorgesehen

Freitag - Focus: Rettungsfonds erklärt: Griechenland ist insolvent

Wie wird es weitergehen? Klarheit bringen uns die nächsten Folgen "Wundersame Einigung in letzter Minute" oder "Wir machen weiter, bis auch der letzte Euro wertlos ist".

 

Das sagen die Zuschauer:

"Das Stück ist schlecht, aber die Schauspieler sind noch schlechter"

"Insolvenzverschleppung ist doch eine Straftat, oder?"