Andrea Kersten MdL

Von Andrea Kersten MdL

Am 1. Juli war der Deutsche Familienverband (Landesverband Sachsen) zu Gast im AfD-Fraktions-Arbeitskreis Bildung, Soziales und Kultur. Themen waren die Arbeit des Vereins, die gesellschaftliche Rolle der Familie sowie Forderungen an Staat und Politik. Der gemeinnützige Verein kümmert sich seit 1924 auf Bundes-, Landes- und lokaler Ebene um Familien und deren Rechte.

Er rückt den Wert intakter Familien für die Öffentlichkeit in den Fokus und kämpft für die Vereinbarung von Familie und Beruf. Neben politischer Arbeit bietet der Deutsche Familienverband konkrete Initiativen von Integrationshilfe bis Schuldnerberatung.

“Die Politik macht ihre Hausaufgaben nicht.“

Beatrix Schnoor und Antje Möller gehören zum dreiköpfigen Vorstand des sächsischen Landesverbandes. Ihrer Meinung nach brennen wichtige Fragen auf Bundesebene:

Die Vereinbarung von Familie und Beruf werde immer schwieriger. Staat und Medien dulden bzw. propagieren den Individualismus. Familien müssten besser über ihre Rechte informiert werden, um diese einfordern zu können. Zudem werde der Wert der Familie als Solidargemeinschaft unterschätzt. Die Erziehung der Kinder finde in erster Linie durch das Elternhaus statt; auch wenn der Sozialstaat ohne Frage eine wichtige Errungenschaft sei, könne dieser diese Aufgabe jedoch nicht übernehmen. Im Gespräch verwiesen die Vertreterinnen des Deutschen Familienverbandes auf konkrete Forderungen an die Politik.

Forderungen des Vereins

Die Arbeit in der Familie, z.B. Erziehungsleistungen, muss als solche anerkannt werden. Kinderlose dürfen im Alter nicht länger einen wirtschaftlichen Vorteil gegenüber Eltern haben. Schon jetzt müssen sich viele junge Menschen zwischen einem Leben in Wohlstand und Kindern entscheiden.

170 Mitglieder, keine Geschäftsstelle, kein hauptamtlicher Geschäftsführer - aber Ergebnisse

Die Lebensleistung von Eltern für unsere Gesellschaft bedarf einer höheren Wertschätzung, sowohl finanziell als auch moralisch. Eltern müssen zudem eine gesellschaftliche Anerkennung erhalten. So gilt beispielsweise eine 30-Stunden-Woche in Deutschland als Teilzeitbeschäftigung. In Schweden sind 30 Stunden bereits Vollzeit.

Der gesellschaftliche Nutzen des Landesverbandes Sachsen ist erheblich. Elternbriefe, eine Elternakademie und Väterabende sowie ein Familienzentrum in Heidenau sind nur einige Angebote, welche der Verband den Familien in Sachsen zur Verfügung stellt. Dabei sind alle Beteiligten ehrenamtlich tätig. Auch wenn die Nachfrage nach Information und Unterstützung in der Bevölkerung groß ist - staatliche Zuwendungen gibt es aktuell allenfalls projektbezogen. Für eine Geschäftsstelle oder einen hauptamtlichen Geschäftsführer stehen keine Mittel zur Verfügung. Es fehlt an Geld und Anerkennung.

In vielen Punkten einer Meinung

Der Deutschen Familienverband steht für viele wichtige Aufgaben und Forderungen. Er gibt den Familien in Deutschland direkte Unterstützung, politischen Rückhalt und eine Stimme. Für dieses Engagement verdienen seine Mitglieder Anerkennung.

Die Institution Familie braucht einen höheren Stellenwert in Politik und Öffentlichkeit. Vor allem für die Mittelschicht braucht es neue Anreize, eine eigene Familie zu
gründen. Intakte Familien sind wertvoll und helfen dabei unsere Zukunft zu sichern.

Wir danken den Vertreterinnen des Landesverbandes Sachsen des Deutschen Familienverbandes für das aufschlussreiche Gespräch.