Renè Kaiser

Die Meinungsbildung im Volk wird ganz wesentlich über die Informationen gesteuert, die zur Verfügung gestellt werden. Das ist Aufgabe der Presse. Je umfassender und vielseitiger die Information, desto fundierter ist eine Meinung. Es ist wie ein Puzzle: Jede Information ist ein Puzzleteilchen, und je mehr dieser Teilchen an ihren Platz gelangen, desto deutlicher wird das Bild.

Entscheidet man sich jedoch, bestimmte Teilchen wegzulassen – etwa weil einem Form und Farbe nicht gefallen -, bleibt das Bild bestenfalls lückenhaft; schlimmstenfalls rückt man alles ein wenig zusammen und erhält ein anderes, neues Bild. Was man sieht, sind immer noch richtige Teilchen. Aber da Teile fehlen, ist das Bild nicht richtig. Worüber wir informiert werden, ist sicher Wahrheit. Aber fehlen einzelne Informationen, ist es eine verzerrte Wahrheit. Und eine halbe Wahrheit ist eine ganze Lüge, auch wenn das der Presse nicht gefällt.

Die Huffington Post betreibt eine Meinungsplattform, die eine offene Diskussion fördern soll. Wir verlinken hier einen Artikel des Freiburger Musikwissenschaftlers Dr. Klaus Miehling, der auf dieser Meinungsplattform veröffentlicht war. Der Artikel setzt sich mit unserer aktuellen Asylbewerberpolitik auseinander und verschwand recht schnell von der Plattform. Der Chefredakteurder Huffington Post, Sebastian Matthes, entschuldigt sich für die Veröffentlichung des Artikels, weil er „unbelegte Behauptungen“ enthalte und „beleidigend“ sei. In das Puzzle hätten sich also falsche Teilchen eingeschlichen. Allerdings vergisst Herr Matthes nun seinerseits zu sagen, was konkret „unbelegt“ und „beleidigend“ ist. Was ist falsch an den Puzzleteilchen?
 
Es entsteht der Eindruck, die Teilchen sind zwar richtig, aber unerwünscht, weil sie nicht dem Bild entsprechen, das die Huffington Post gern als Puzzleergebnis hätte. Da Herr Matthes entsprechende Fragen nicht beantworten mag, bitte ich nun unsere Leser, der Huffington Post etwas unter die Arme zu greifen und die Begründung nachzuliefern: Was an Dr. Miehlings Artikel sind unbelegte Behauptungen, und was ist beleidigend? Schreiben Sie mir unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Sie würden mir helfen, das Bild zu verstehen, das mir die Presse vor die Augen bringen will.

Oder sollte etwa Herrn Matthes` Wunschbild falsch sein???
 
Herzlichst, René Kaiser.