von René Kaiser und Marko Winter

Die friedliche Revolution und die wiedergewonnene Deutsche Einheit sind Sternstunden unserer Geschichte. Für eine ganze Generation waren diese Ereignisse prägend.

Und das obwohl sie weder von den Herrschenden im Osten noch von einem großen Teil der Eliten im Westen gewollt war. Sie wurde erzwungen vom Freiheitswillen der Menschen in Sachsen und den übrigen neuen Bundesländern. Natürlich muss dankbar erwähnt werden, dass der politische Einigungsprozess von Helmut Kohl und seinen Mitstreitern beherzt aufgegriffen wurde.

Obwohl einige Kompromisse, vor allem die EURO-Fehlkonstruktion, heute noch erhebliche Schmerzen bereiten. Irritierend ist auch, dass sich an das offensichtliche Scheitern alter linker Ideologien neue linke Ideologien nahtlos anschließen. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass der Widerspruch gegen neosozialistische Experimente - wie Multikulturalismus und Abschaffung der Nationalstaaten - vor allem aus dem Osten kommt. Manchmal fällt es sogar schwer zu feiern, trotz des historischen Rahmens: zu groß sind die Probleme, welche durch die Experimente entstanden sind. So erscheint ein Déjà-vu dessen, was der Einheit vorausging:

Damals wie heute ist das Handeln der Regierung kaum noch nachvollziehbar. Damals wie heute scheinen die Medien aus einem anderen, glücklicheren Land zu berichten. Damals wie heute verabschieden sich Bürger von ihrem Gemeinwesen – sie verlassen das Land oder ziehen sich innerlich zurück. Damals wie heute steht das Volk in immer größerer Zahl auf der Straße.

Damals war der Ausgang ein guter, der zum Zusammenbruch eines überlebten Systems führte und für viele einen neuen Anfang ermöglichte. Und heute? Wir werden sehen...