ausgewählt von Mathias Stahl

Lieber wären wir verhungert, als ein Almosen vom Staat oder von irgendeiner Behörde anzunehmen.

"Viele von meinen Kommilitonen waren genauso arme Schlucker wie ich, aber wir alle hatten die gleiche Einstellung: Lieber wären wir verhungert, als ein Almosen vom Staat oder von irgendeiner Behörde anzunehmen. Wir haben uns als freie, ungebundene junge Männer gefühlt, niemandem verpflichtet und von niemendem abhängig. Voilà: Das ist das Holz, aus dem die Freiheit geschnitzt ist! Freiheit lebt und überlebt nur dort, wo sie in den Herzen der Menschen fest, tief und kompromisslos verankert ist.

 

Man vergleiche diese Haltung, diesen Stolz des freien Mannes, mit der Einstellung jener erbärmlichen Kreatur, die heute an der Hundeleine des Wohlfahrtsstaates geht: Dieses Hausschwein der sozialsozialistischen Massentierhaltung rackert sein halbes Leben fürs Finanzamt und die Sozialversicherungs-Maschinerie (das heißt für einen sinnlosen Verschwendungsapparat und seine Funktionäre), dokumentiert tagein tagaus jede seiner Regungen mit Steuer-Belegen, baut sein Haus nach den Konstruktionsmerkmalen eines Karnickelstalls, um nicht aus den fiskalischen Vergünstigungen zu fallen, zahlt ein Drittel seines Lebenseinkommens in die Kassen von (als Versicherungen getarnten) Manipulationsorganisationen, lässt sich seine Tages-, Wochen-, und Lebensarbeitszeit samt seines Lohnbetrages von Syndikaten vorschreiben, lässt sich seinen Arbeitsplatz von einer Monopolbehörde vermitteln und seine Kinder in Gesamtschulen mit der Strategie 'Gleichschaltung des Verdummungsgrades' versauen, ja richtet gar noch die Zahl seiner Nachkommen nach Mutterschafts- und Kindergeld, nach Steuerklasse und Bausparprämien-Zuschuss ein, hetzt seine Ehefrau in irgendein stumpfsinniges Beschäftigungsverhältnis, um mit der sozialisierten Doppelrente seine eigenen Kinder auszubeuten, steht um Almosen an, wie Wohngeld- und Heizkostenzuschuss, Weihnachtsfreibetrag und Kantinenessen-Zulage, um Kilometerpauschale, Sparprämie und Umschulungshilfe, kurz: läßt sich einen Bruchteil dessen, was man ihm genommen und was er selbst erarbeitet hat, als gnädigen Bettel zuweisen - und fühlt sich dabei auch noch als freier Mann mit aufrechter demokratischer Gesinnung."

aus Roland Baader: Kreide für den Wolf, S. 300f.

Quelle: http://www.roland-baader.de/wp-content/uploads/Kreide-fuer-den-Wolf_Roland-Baader2.pdf