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Renè Kaiser

von Renè Kaiser

Dass ich die Freie Presse nur mehr als Satirezeitschrift – wie weiland den Eulenspiegel – lese, wenn ich in Stimmung dafür bin, ist schon zur Gewohnheit geworden. Informationen beziehe ich aus dem Internet. Aber selbst das war diese Woche zu viel, als ich in den DWN las, dass Frau Merkel in Anlehnung an Bischof Marx meint, der Herrgott habe uns die Flüchtlinge in Form einer Aufgabe auf den Tisch gelegt – womit es keinen Sinn hätte, zu hadern, sondern man müsse anpacken. Gegen ein sich erwärmendes Klima kommt unsere Regierung mit großem Selbstbewusstsein noch an, aber gegen den Herrgott? Keine Chance.

 

Da muss man sich nun drein ergeben, dass der Herrgott Bomben auf Zivilisten schmeißt und Kosovaren das Geld aus den Börsen zieht, und dass gleichzeitig auf wundersame Weise Anreize in Deutschland entstehen, die alle Mühseligen und Beladenen exakt und ausschließlich hierher ziehen, und dass Frau Merkel höchst selbst entsprechende Einladungen verkündet – ich meine, Gott sprach auch schon durch echte Esel.

Vermutlich führte Frau Merkel das letzte Mal den Namen Gottes im Mund, als sie gelobte, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Nun denn. Dass sie jetzt die Theokratie als Regierungsform entdeckt und dabei jedoch irgendwie fatalistisch wirkt, lässt mich fragen, welchen Gott sie da im Sinne hat – den, von dem sie als Pastorentochter schon mal was gehört haben dürfte, oder den, der sich gesellschaftsverändernd gerade einschleicht? Sollte es letzterer sein, ist Frau Merkels Aussage in ihrer Länge noch etwas unbeholfen. Das geht auch kürzer: In schā'a llāh. Dazu Blick nach oben und die Raute bitte. Bis vor kurzem dachte ich noch, Merkel knickt (wie immer) irgendwann ein, wenn der Wind ihr etwas schärfer ins Gesicht weht, aber diese Hoffnung ist wohl vergeblich. Wenn sie jedoch nicht einknickt, muss sie halt weg. Deshalb fällt mir bei den Stichworten „Merkel“ und „Gott“ nur mehr ein: Geh, in Gottes Namen!