Vielen Aussenstehenden und auch AfD-Mitgliedern sind im Detail die Hintergründe der Auseinandersetzungen in der AfD seit Gründung nicht bekannt. "Der Chefredakteur des libertären „ef-Magazins“, André Lichtschlag, hat (nun dazu) eine sehr kenntnisreiche Dokumentation und zugleich eine appellhafte Analyse geschrieben zum gut zweijährigen Spaltungs-, Abnabelungs- und Selbstfindungsprozess der Lucke-AfD 2013 bis Mitte 2015 (Abwahl Luckes beim legendären Parteitag in Essen)"

Lesen Sie dazu nun Auszüge einer Rezension von Peter Boehringer:

"Das Sujet verdient tatsächlich die Buchform: sowohl wegen einiger festhaltenswerter Anekdoten als auch wegen vieler zeitloser Erkenntnisse zu den Hürden und Widerständen, die konservative, liberale, freiheitliche oder gar „rechte“ Parteien hierzulande überwinden müssen. Das Buch „Operation Spaltung“ ist somit ein wichtiges nicht nur für AfD-Interessierte.
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Der Austritt DEUTSCHLANDS aus dem Eurosystem oder gar der EU oder gar eine Forderung nach einem anderen Geldsystem waren komplett tabuisiert – bei Strafe des Parteiausschlussverfahrens. Der Autor dieser Zeilen schreibt dies zwar als Mitglied des AfD-Bundesfachausschusses „Euro / Währungspolitik“ durchaus selbstkritisch, denn auch heute ist es für uns noch immer sehr schwierig, solche klaren Forderungen oder gar grundlegende Systemkritik in das kommende Programm der AfD hineinzuschreiben (die zu vorsichtigen Mitglieder und Kader aus der Lucke-Zeit sind noch immer in vielen Parteigremien). Doch immerhin wird es gelingen, ein basisnahes und freiheitlich-kritisches Programm durch diese Basis Anfang 2016 endlich verabschieden zu lassen, was Lucke aus ideologischer Kompromissunfähigkeit und wegen akademischem Narzissmus und chronisch-neurotisch-weltferner Abgrenzeritis „gegen rechts“ und gegen „extrem“ in zweieinhalb Jahren niemals hinbekommen hat! Auch dieser intrigant und mit allen hierarchischen und sogar juristischen Machtmitteln geführte Kampf Luckes gegen die eigene Basis wird in Lichtschlags Buch sehr anekdoten- und kenntnisreich aufgezeigt.
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Ebenso informiert sowohl in den Details als auch in den zugrundeliegenden Methoden des Politkampfes beschreibt Lichtschlag die ganze „bewährte“ Palette des politischen und medialen Mainstream-Arsenals gegen die AfD: „Nazikeulen“ in allen Varianten wurden aufgefahren – da half das ganze Abgrenzen Luckes nichts. Interessanterweise gilt Lucke HEUTE als „gemäßigt“ und wird exakt seit seiner Abwahl von Essen massenmedial goutiert – während die vielen gar nicht veränderten anderen Personen der alten und neuen AfD-Führung (Petry, Gauland, von Storch, Meuthen, Pretzell, Weidel, Driesang, Höcke u.v.a.), die eigentlich nur nüchtern die liberalen, nationalkonservativen und ökonomisch-rationalen Gründungsgedanken der AfD von 2013 umsetzen (derzeit nolens volens noch erweitert um die Flüchtlingsthematik), dafür von den Quantitätsmedien nun der „pöbelnden Pegida“ oder sogar „Nazis“ gleichgestellt werden.
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Fazit: Die Kunst der heutigen AfD wird es sein, das Sammelbecken für berechtigten Protest der Menschen sowohl gegen Fehlentwicklungen innerhalb des Systems als auch gegen viele grundlegende Systemfehler darzustellen. Zugleich aber einige esoterische Systemkritik-Spielarten sowie gewaltbereit-extreme Kritik außen vor zu halten."