ausgewählt von Mathias Stahl

"Der Sozialmensch ist der dominierende Typus des homo sapiens der westlichen Welt in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Besonders vorherrschend und geradezu flächendeckend auftretend ist seine Gattung in Deutschland. Er lebt in einem sozialen Rechtsstaat mit sozialer Marktwirtschaft und einem inzwischen beträchtlich gewachsenen sozialverpflichteten Eigentum. Er hat ein halbes Dutzend Sozialversicherungen und genießt einen umfassenden Sozialschutz in einem feingeknüpften Netz. Im sozialen Notfall oder bei sozialen Schieflagen vertraut er auf das Sozialstaatsprinzip und auf die Sozialgesetzgebung, auf Sozialsystem und Sozialverbände, die ihm mit Sozialhilfe und verschiedenen Sozialtransfers und Sozialeinrichtungen unter die Arme greifen, um seinen sozialkulturellen Standard und sein soziales Existenzminimum zu garantieren. Als sozial eingestellter Bürger sehnt er sich nach sozialer Gerechtigkeit und sozialem Frieden – und setzt deshalb auf eine sozial ausgewogene Sozialpolitik der allesamt sozialdemokratischen Parteien."

Nur eines möchte der Sozialmensch auf keinen Fall: echte Verantwortung tragen."

Aus “Fauler Zauber – Schein und Wirklichkeit des Sozialstaats” von Roland Baader, erschienen im RESCH-Verlag (1997), Seite 7 – 9.