von Dr. Hans-Thomas Tillschneider, zuerst erschienen auf der Webseite www.derfluegel.de; Dr. Tillschneider ist Islamwissenschaftler an der Universität Bayreuth

„Ich bekämpfe nicht die Identität der Anderen, sondern das System, das unser aller Identitäten zerstört.“ (Alain de Benoist)

Alle Debatten, die sich zwischen Islamkritikern vom Schlage eines Hans-Olaf Henkel oder einer Alice Schwarzer und dem politischen Hauptstrom abspielen, sind technokratische Scheindebatten. In den grundsätzlichen Fragen herrscht Einigkeit: Man sucht nach Wegen, die Unterschiede zwischen der islamischen und der abendländischen Kultur einzuebnen, damit das Projekt „Globalisierung“ ohne Reibungsverluste weiter vertieft werden kann, und stellt eben diese Voraussetzung deshalb nicht zur Diskussion.

Der Streit kreist nur darum, wie viel Verwestlichung des Islams und wie viel Islamisierung des Abendlandes für nötig erachtet wird. Die Forderungen nach Willkommenskultur und nach Islamreform sind zwei Seiten derselben Feindlichkeit gegenüber Identität und kultureller Differenz.

Die folgenden acht Thesen brechen mit dieser Einstellung. Es sind weniger konkrete Forderungen, sondern eher Markierungen eines Gegenstandpunkts zur herrschenden Doktrin, wie er von einer Partei, die sich Alternative für Deutschland nennt, erwartet werden darf.

Wie die letzten Jahrzehnte gezeigt haben, führt das Projekt einer nicht mehr nur auf den Warenaustausch beschränkten, sondern auf eine kulturelle Vereinheitlichung der Welt abzielenden „Globalisierung“ zu Krieg, Terror, sozialen Spannungen und einer Verschlechterung des Lebens auf allen Ebenen.

Wir halten eine solche totale Globalisierung weder für realistisch noch für wünschenswert, denn wir gehen davon aus, daß die Würde des Menschen sich in seiner kulturellen Verschiedenheit zeigt, nicht in seiner biologisch fundierten Gleichheit. Auf dieser Grundlage lehnen wir sowohl die Verwestlichung des Islams als auch die Islamisierung des Abendlandes ab. Dieser Standpunkt ist der Standpunkt der Identität, der grundsätzlichen Scheidung zwischen Eigenem und Fremden und der Verteidigung des Eigenen.

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