von DR

Am Dienstag, den 12.04., war der ägyptische Islamkritiker, Hamed Abdel-Samad, auf Einladung des Wochenendspiegels im Freiberger Ballhaus Tivoli zu Gast. Der Politikwissenschaftler erläuterte vor über 100 Teilnehmern sehr anschaulich seine Erkenntnisse zu Mohamed. Er beleuchtete in seinem Vortrag die zwei Seiten des Propheten und Begründers des Islams: Einerseits wurde der milde, poetische, andererseits der gewalttätige und unter psychischen Problemen leidende Mensch gezeichnet. Als Prediger, der anfangs für Mitgefühl und Vergebung plädierte, damit in seiner Zeit jedoch wenig Anklang fand, wandelte sich in seinem Drang nach Anerkennung über einen rücksichtslosen, intoleranten und gewaltanwenden Narzissten bis zum Kriegshelden und Massenmörder.

 

Der Autor, Hamed Abdel-Samad, dessen neuestes Werk „Mohamed – eine Abrechnung“ zum Bestseller wurde, hält den Islam für nicht reformierbar. Muslimische Menschen könnten jedoch ihre Werte erneuern. Dies setze allerdings eine kritische Auseinandersetzung mit dem Propheten voraus. Diese finde jedoch gegenwärtig nicht statt. In islamischen Staaten stünde die Religion nach wie vor über allem, bestimme sowohl den gesamten öffentlichen als auch den privaten Alltag der Menschen. Hamed Abdel-Samad plädiert für den Glauben als Privatangelegenheit sowie für Aufklärung der Muslime. Die Probleme, welche der Islam mit sich bringt, würden aufgrund der Fluchtbewegung nun auch nach Deutschland importiert. Die Menschen versuchten zum Teil den Auswüchsen ihrer Religion in den islamischen Heimatländern zu entrinnen. Statt sie über das westliche Wertesystem aufzuklären, werde von deutschen Politikern, allen voran Angela Merkel – durch Sätze, der Islam gehöre zu Deutschland –, diese Religion erneut in den Mittelpunkt ihres Lebens gerückt. Mit falsch verstandener Toleranz würden Islamverbände aufgewertet, und die Chance damit vertan, die Errungenschaft der freiheitlichen und demokratischen Ordnung zu vermitteln. Grundvoraussetzung einer funktionierenden demokratischen Gesellschaft sei die politische Mitarbeit und Aufklärung der Bürger, insbesondere die öffentliche – auch kritische – Meinungsäußerung, wie beispielsweise durch die PEGIDA-Bewegung und die Alternative für Deutschland.

Außerdem berichtete der Publizist in der anschließenden Diskussion über seine persönlichen Erfahrungen. So wurde dieser in der Nähe von Kairo als Sohn eines ägyptischen Imams streng gläubig erzogen. Er studierte Französisch und Englisch in seiner Heimat, danach Politikwissenschaft in Deutschland sowie Japanisch in Japan. Sein wissenschaftlicher Weg führte ihn in die Bundesrepublik, u. a. nach Erfurt und München. Aufgrund seiner Erfahrungen mit der eigenen Religion und seiner Studien äußerte sich Hamed Abdel-Samad immer offener und kritischer zum Islam. Bis heute wird er, Autor mehrerer islamkritischer Bücher, von Islamisten bedroht, auch mit dem Tod. Der Referent steht deswegen unter ständigem Schutz durch Polizei bzw. Leibwächter. Das konnten die Teilnehmer des interessanten Abends hautnah erleben.