von Daniel Rennert (Fotos: Dr. Gerold Schramm/Daniel Rennert)

Am Mittwoch, dem 2. November 2016, lud die AfD-Regionalgruppe Flöha und Umgebung um 18:30 Uhr zu einem Informationsabend ins Oederaner Stadtcafé ein. Über 50 Bürger folgten unserer Einladung. Hauptinhalte der Veranstaltung war das im Mai beschlossene Grundsatzprogramm der Alternative für Deutschland, das die Kreisrätin Romy Penz den Teilnehmern der Runde vorstellte, sowie das heikle Thema Rentenpolitik – mit der Kernfrage: „Kann man von der Rente in Zukunft noch leben?“, über das Dr. Gerold Schramm referierte.

Einleitende Worte zum Beginn der Versammlung sprach Roberto Penz, AfD-Kreisrat und Leiter der Regionalgruppe Flöha und Umgebung. Romy Penz, zugleich Stadträtin in Flöha, stellte die AfD im Allgemeinen und den Kreisverband Mittelsachsen im Besonderen vor. Sie ging bei der Programmvorstellung insbesondere auf die Energiepolitik ein und baute in ihren Ausführungen aktuelle Informationen von einem Treffen mit Vertretern von „enviaM“ ein, das am gleichen Tag stattfand. Romy Penz offenbarte den Bürgern, dass selbst die Mitarbeiter des Energieversorgungsunternehmens über die Politik der Regierung nur noch den Kopf schütteln. Sie beklagen die staatliche Regelungswut, die mehr und mehr aus dem Ruder läuft (bzw. gelaufen ist) und dadurch zur enormen Verteuerung der Stromkosten beiträgt. Man fürchtet seitens „enviaM“ die Gefahr eines Blackouts (kompletter und ggf. weiträumiger Stromausfall). Laut Ausführungen unseres regionalen Netzbetreibers sind wir in diesem Jahr schon 180-mal knapp davor gewesen. Die Referentin gab trotz der prekären wie traurigen Situation in Deutschland kleine humorvolle Einlagen zum Besten, indem sie zwischendurch das Publikum mit Begriffen aus der „Jugendsprache“ erheiterte. So bezeichnet die Jugend heute ein Bier beispielsweise als „Hopfensmoothie“.

Im Anschluss daran begann Dr. Gerold Schramm seinen Vortrag zur Rentenpolitik (bzw. zu deren verheerenden Entwicklung), der damit die Zuhörer (es waren nicht nur ältere!) in seinen Bann zog und mit interessanten Zahlen und Statistiken aufwartete. Dabei wurde deutlich: Das Bild eines „reichen“ Deutschlands, das immer gerne von der etablierten Politik und den Medien gezeichnet wird, trifft keineswegs pauschal zu. So schneidet Deutschland beispielsweise beim Eigentumsvergleich mit anderen europäischen Ländern eher schlecht ab. Das Rentenniveau in der Bundesrepublik, das deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt, sinkt kontinuierlich, zugleich steigt jedoch die Steuerlast (2040 muss die komplette Rente versteuert werden). Der Referent wies darauf hin, dass die jährlichen „Renteninformationen“ so gut wie keine Aussagekraft haben, weil sie sich auf die aktuellen Rentenregelungen stützen, die sich jedoch bis dahin einige Male ändern dürften – und aus gegenwärtiger Sicht vermutlich nicht zum Vorteil der Bürger. Dr. Schramms Prognose sieht düster aus: Die Deutschen werden zukünftig länger arbeiten müssen, um weniger Rente zu erhalten. Besonders hart wird es Bürger im Niedriglohnsektor treffen, die etliche Arbeitsjahre Mindestlohn bezogen haben. Sie könnten im Alter Existenznot erleiden – und das in einem angeblich „reichen“ Land.

Manche Teilnehmer meldeten sich während der Versammlung sogar für den Gang zur Toilette ab – in der Hoffnung, nicht allzu viel der Ausführungen zu verpassen. Der Applaus gab den beiden Referenten Recht. Dies gipfelte gar in der Äußerung eines Bürgers, indem dieser Dr. Gerold Schramm als Bundespäsidentenkandidaten vorschlug, was für zusätzliche Erheiterung im Saal führte.

Während der Vorträge konnten Fragen gestellt werden. Auch danach wurde angeregt mit den Referenten sowie Roberto Penz diskutiert. Ein Teilnehmer kündigte noch am Abend an, der Alternative für Deutschland beizutreten. Es war eine wunderbare Infoveranstaltung, deren Format auch in anderen Orten fortgesetzt wird. Wir danken den Bürgern für ihr großes Interesse sowie dem Personal des Stadtcafés für die gute Bewirtung.