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Kategorie: Aktuelles
Andrea Kersten

Leserbrief von MdL Andrea Kersten in der Freien Presse vom 18.1.2017

In der Freien Presse vom 18.1.2017 wurde zum Artikel vom 4.1.2017 „‚Baustelle Demokratie‘: Am Wissen führt kein Weg vorbei“ (Gastbeitrag von Tim Engartner) ein Leserbrief unserer mittelsächsischen AfD-Landtagsabgeordneten, Andrea Kersten, in stark gekürzter Form veröffentlicht. Die ersten beiden Absätze wurden abgedruckt, die restlichen Teile können Sie hier nachlesen.

Dieser Artikel passt wieder einmal in den politisch-medialen Mainstream wie die Faust auf's Auge.

Im gleichen Atemzug wie die Aussage, dass „demokratische Prinzipien als Grundlage für ein gelingendes Miteinander von einem wachsenden Teil der Gesellschaft nicht mehr erkannt, nicht mehr verstanden oder sogar abgelehnt werden“, werden die Pegida-Bewegung und die AfD genannt. Als wenn sie es wären, die die demokratischen Prinzipien verletzen oder gar ablehnen würden. Sie sind aber lediglich Symptome von verletzter bzw. missachteter Demokratie, und zwar nicht von Bürgern unseres Landes, sondern von der Politiker-Elite. Wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel verlauten lässt, ihre Politik sei alternativlos, dann klingt genau das nach Diktatur und nicht nach Demokratie. In einer Demokratie gibt es immer Alternativen, das ist ja gerade das Gute an Demokratie.

Der vom politischen Mainstream nicht gewollten politischen Beteiligung von Pegida-Spaziergängern (wir sollten hier nicht vergessen, dass, solange es keine Gegendemonstrationen gab, diese Spaziergänge immer friedlich und ohne großen Polizeieinsatz verliefen), AfD-Politikern und deren Wählern soll nun gemäß des Artikels entgegengewirkt werden; und das möglichst frühzeitig. Dazu schlägt der Autor vor, unseren Kindern möglichst früh und möglichst viel politische Bildung zuteil werden zu lassen (die in der DDR bekannte Staatsbürgerkunde lässt grüßen). Obwohl gerade auch das Aufgabe des Elternhauses ist, sind offensichtlich im Auge des Autors diese nicht mehr genug „politisch gebildet“, weil sie ja AfD wählen oder bei Pegida spazieren.

Die Erfolgsaussichten, die „ältere“ Generation wieder auf die politisch korrekte Spur zu bringen, sieht der Autor wohl als so gering an, dass er dort ansetzen will, wo es noch am wenigsten „verdorben“ ist: bei unseren Kindern. Wenn es schon nicht bei den Eltern klappt, dann bringt bitte die Kinder mit viel politischer Bildung auf die gewünschte Spur.

Am meisten erstaunte mich in dem Artikel, dass darin nicht ein einziges Mal von politischer Bildung der etablierten Politiker zu lesen war. Benötigen unsere Eliten keine politische Bildung? Machen sie alles richtig, also tatsächlich alternativlos? Brauchen diese keine Lehrstunden in Demokratie? Findet auf dieser Ebene keine Hetze statt, sind deren Kommentare ganz ohne Hass? Mir fallen in diesem Zusammenhang Äußerungen wie „Pack“, „braune Suppe“, „Das sind keine Menschen“ usw. usf. ein. Diese Äußerungen erfolgten allesamt von hochrangigen deutschen Politikern; erstaunlicherweise haben diese keine Empfehlungen für mehr politische Bildung oder dem täglichen Erlernen eines demokratischen Bewusstseins erhalten. Die Goldene Regel des Lebens trifft aber letztlich für alle zu: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg` auch keinem andern zu!“

Ich hoffe, unsere Kinder und Jugendlichen bewahren sich gesunden Menschenverstand, gebrauchen diesen und haben Mut zur Kritik!