von Daniel Rennert (Text und Fotos)

Am Mittwoch, dem 18. Januar 2017, lud die AfD-Regionalgruppe Flöha zum Informationsabend mit Bürgersprechstunde. Ca. 30 interessierte Bürger folgten der Einladung, lauschten den Referenten und diskutierten anschließend. Die Bürger bewiesen Durchhaltevermögen, denn unser Themenangebot war breit gefächert und ging über zweieinhalb Stunden! Der Aufmerksamkeit tat das jedoch keinen Abbruch.

Den Auftakt des Mammutprogramms machte die Flöhaer Stadt- und Kreisrätin Romy Penz. Sie stellte die Partei im Allgemeinen sowie den AfD-Kreisverband Mittelsachsen im Besonderen vor. Dabei wurde beispielsweise deutlich, dass die AfD weit weniger rechts steht als die meisten etablierten Medien der Öffentlichkeit zu vermitteln versuchen. Mittels einer Studie von „infratest dimap“ konnte grafisch veranschaulicht werden: Die AfD ist von der politischen Mitte weniger weit entfernt als beispielsweise die Partei Die Linke auf der anderen Seite des politischen Spektrums.

Als nächstes referierte Hans Gräfe, KV Mittelsachsen, zur Klima-, Umwelt- und Energiepolitik. Er erklärte den Teilnehmern, warum unser Strom so teuer ist, ging dabei auf die Unterschiede der Strompreise zwischen Ost- und Westdeutschland sowie auf die kostenintensive (und den Verbrauchern schwer nachvollziehbare) Entsorgung überschüssiger Energie ein. Auch die irrsinnige Abgabe von überschüssigem Strom ins Ausland, bei dem wir noch draufzahlen, wurde thematisiert. Danach widmete sich Gräfe der CO2-Lüge und ihrer weitverbreiteten Annahme bzw. politisch beabsichtigten Auslegung. Zuletzt wandte er sich gegen die Angstmache vor Kernenergie und gegen die politisch gewollte Anhäufung von Atommüll, der keiner ist.

Ein weiterer Vortrag widmete sich der Rentenpolitik. Dr. Gerold Schramm, KV Mittelsachsen, ging auf das Rentenanpassungsgesetz 2007 und die wohl wichtigste Frage zu dieser Thematik ein: „Wie lange können wir von der gesetzlichen Rente noch leben?“ Seine Ausführungen trugen nicht zur Beruhigung bei, sondern offenbarten das politische Versagen der (Regierungs-)Parteien. Dr. Schramms Prognose fällt aus gegenwärtiger Perspektive düster aus: Die Deutschen werden zukünftig länger arbeiten müssen, um weniger Rente zu erhalten. Traurig, aber wahr! Er wies jedoch darauf hin, dass ständig neue gesetzliche Vorschriften eine genauere Aussage über die Entwicklung erschweren. Dr. Schramm zeigte den Bürgern zudem zahlreiche Vergleiche mit anderen EU-Staaten. So liegt das Rentenniveau in der Bundesrepublik deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Auch schneidet Deutschland beispielsweise beim Eigentumsvergleich eher schlecht ab. Der Referent ließ die Anwesenden auch an den persönlichen Erfahrungen mit der Rentenbehörde teilhaben. Er informierte über faule gesetzliche Regelungen, indem z. B. bei der Hinterbliebenenrente die Einzahlung durch den arbeitenden Bürger Pflicht ist, die Auszahlung jedoch „Ermessenssache“, also lediglich eine Option darstellt.

Zudem konnten wir zum Informationsabend den Direktkandidaten der AfD-Mittelsachsen für den Bundestag, den Hochschulprofessor Heiko Hessenkemper, begrüßen, der sich den Bürgern vorstellte und seine Ansichten und politischen Ziele näher brachte. Er stellte seinen Leitspruch klar, den er sich verpflichtet fühlt: „Unser Deutschland zuerst!“ Er beeindruckte die Zuhörer mit seiner direkten (und politisch unkorrekten) Sprache. Schonungslos sprach er die Probleme an und zeigte Lösungsansätze in zahlreichen Themengebieten auf. Aufschlussreiches Zahlenmaterial legte er den Bürgern offen und prangerte beispielsweise an, warum die Bundesrepublik 15 Milliarden Euro netto (und es dürften durch den Brexit noch mehr werden) an EU-Zahlungen leiste und 50 Milliarden für das Asylchaos ausgebe, obwohl sie damit zusammen fünf Millionen der ärmsten Bürger Deutschlands mit monatlich über 1000 Euro versorgen könnte. Prof. Hessenkemper machte deutlich, dass die AfD zwar manchmal heftig streitet, dafür aber um Inhalte. Vorgaben einer alten Frau in Berlin gibt es in der Alternative für Deutschland nicht. Wir sind nicht so wie das etablierte Parteienkartell und wollen es auch nicht werden!

Nach den interessanten Ausführungen unseres Direktkandidaten ging es sofort weiter: Christoph Neumann, Landeskoordinator für die parteiinternen Fachausschüsse in Sachsen, informierte kurz über die Programmkommission und stellte verschiedene Varianten von möglichen Grenzschließungen in die Diskussion. Das Stimmungsbild, das mit der Abfrage erzeugt wurde, soll in die weitere Programmarbeit einfließen, ließ er uns wissen.

Doch damit nicht genug: Ein Überraschungsgast konnte begrüßt werden. Die AfD-Landtagsabgeordnete Andrea Kersten nahm an unserem Infoabend teil und machte Ausführungen zur sächsischen Bildungspolitik, speziell zum Schulgesetz.

Danach wurde eine Diskussionsrunde eingeläutet, die durch Bürger wie Parteimitglieder rege in Anspruch genommen wurde. Der Vorteil unseres Mammutprogramm an dem Abend: Es gab viele Fragen für viele Vortragende – und damit eine lebendige Diskussion! Erschöpft, aber mit viel Wissen und gutem Essen bereichert, trat man danach den Heimweg an. Wir bedanken uns bei den zahlreichen Besuchern und Referenten für den abwechslungsreichen Abend sowie für die wunderbare Bewirtung.