von Dr. Jörg Bretschneider

Ehe man sich’s versieht  hat Angela Merkel erneut das Grundgesetz ignoriert und jener lauten Minderheit einen Kotau erwiesen, die einen Grundstein nach dem anderen aus der Mauer unserer Werteordnung aufweichen und herausbrechen will. Gerade noch rechtzeitig, bevor die rot-rot-grüne Scheinmehrheit im September aus dem Bundestags gefegt werden wird, mit einer SPD, die unter dem 100%-Möchtegernkanzler Schulz, einem hochkorrupten EU-Gewinnler erster Klasse, straff auf „Projekt 18“ zumarschiert, und einer grünen Partei, die „Kleiner 5“ bereits erfolgreich in zwei Landtagen umgesetzt hat.

Einzig aus der Linken sind vereinzelt Stimmen zu hören, die von einer gewissen Realitätswahrnehmung im Lager der Etablierten zeugen. Die Union fühlt sich gar „überrumpelt“, was für eine Überraschung! Nun sollen also homosexuelle Partner, die praktisch schon längst Ehepartnern „gleichgestellt“ wurden, auch noch ganz offiziell heiraten dürfen.

Nichts gegen Romantik! Wer seine Verbindung in dieser Weise zelebrieren möchte, soll das tun. Willfährige Pfarrer wird das gleichgeschlechtliche Paar in den zeitgeistgesteuerten protestantischen Kirchen reichlich finden. Aber wenn auch dieses Feigenblättchen noch entfernt wird, kann nun wirklich keiner mehr behaupten, dass Artikel 6 des Grundgesetzes noch irgendeine Bedeutung habe. Die Forderung, „Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates“, wird zur hohlen Phrase, zur Farce, wenn ihre konstituierenden Begriffe zeitgeistig umgedeutet werden.

Trojanisches Pferd nennt man diese Kriegs-Taktik nach der Ilias des Homer, der Bibel der alten Griechen. Die zeitgeistbesoffene Begeisterung der heutigen Berufs-Claqueure in Medien und Politik erinnert makaber an die armselige Gutgläubigkeit der vermeintlichen Sieger von damals, die für das Ungetüm aus den Resten der verbrannten griechischen Schiffe eigens eine Bresche in ihre Schutzmauer schlugen, die ihnen zwanzig Jahre lang Schutz vor der Plünderungs- und Zerstörungswut der Helden aus Hellas geboten hatte. Mit den bekannten Folgen, Troja versank in Schutt und Asche.

Nicht dass es der einzige Grundgesetzartikel wäre, den unsere Bundeskanzlerin mal eben entsorgt hätte. Artikel 16 a musste sich ihrer humanitären Fürsorge für die halbe Welt ebenfalls beugen, die uns nun in Deutschland in Millionenstärke nicht besucht, sondern aufsucht und von den weiter fleißig arbeitenden Deutschen versorgen lässt. Jeder, der noch in der Lage ist zu rechnen, muss zu dem Schluss kommen, dass das so nicht funktionieren kann. Kriegsflüchtlinge lassen sich in ihrer Heimatregion vielleicht nicht besser, aber doch würdevoll und vor allem deutlich preiswerter versorgen, ohne wir Deutschen unsere Pflicht zu Humanität und Solidarität verletzen würden. Dortige Konflikte auf Kosten der Sicherheit der eigenen Bürger zu importieren zeugt von maximaler Regierungsinkompetenz oder Schlimmerem.

Ehe und Familie wurden von den Vätern und Müttern des Grundgesetzes nicht aus nostalgischer Rückwärtsgewandtheit unter besonderen Schutz gestellt. Es war vielmehr die Einsicht, dass Deutschlands bestes Kapital seine Menschen sind, ein Kapital, das nachweislich in einem intakten Elternhaus aus Vater, Mutter und Kindern am besten gedeiht, die es schützen, erziehen und ernähren, bis es als zuverlässiger Arbeiter, ideenreicher Ingenieur, unbestechlicher Richter, sorgfältiger Verwaltungsangestellter, selbstloser Polizist, liebevoller Erzieher, engagierter Lehrer oder genialer Künstler dieser Gesellschaft jene reichliche Dividende abwirft, für den uns Deutsche die ganze Welt bewundert und wohl auch beneidet.

Wer diese Dividende auch seinen Kinder gönnt, wer nicht zusehen und mitverantwortlich dafür sein will, dass diese Dividende verschleudert und ihre Quelle zugemauert wird, der sollte sich seine Wahlentscheidung im September gründlich überlegen. Es gibt eine Alternative zu Merkel und Konsorten, mit einem soliden Programm, das die wichtigsten Baustellen dieser Republik beackert und die Grundmauern wieder befestigt, auf denen unser Land gediehen und gewachsen ist. Gerechtigkeit heißt, dass der Arbeiter seines Lohnes wert ist, und dass nicht Fremde das verzehren, was den eigenen Kindern zusteht.​