Marko Winter

von Marko Winter

Auszüge aus meinem Leserbrief, welcher am 27. Februar im WochenEndSpiegel - Freiberger Anzeiger erschienen ist.

Der Brief ergänzt das Schwerpunktthema Asylbewerber aus der vorhergehenden Ausgabe. Er kritisiert verwirrende und beschönigende Berichterstattung. Im Text sind die Quellen zusätzlich verlinkt:

Es ist ja leider in der Tagespresse immer noch eine Darstellung von zweierlei Maß festzustellen: Als im Dezember letzten Jahres in Freiberg zwei Jungs - 15 und 17 Jahre alt - von vier Asylbewerbern festgehalten, geschlagen, verschleppt und ausgeraubt wurden, sprach die Meldung in der Tageszeitung lediglich von "Männern" und aus dem Asylheim Am-St.-Niclas-Schacht wurde ein "nahegelegenes Wohnhaus". (1)

 

Als Mitte Februar nun ein solcher "Mann" (von wem auch immer) überfallen wurde, benannte der Bericht sofort, dass es sich um einen Asylbewerber handelte. Der Umfang der Berichterstattung nahm darüberhinaus gigantische Züge an (2). Dazu erfährt der Tageszeitungsleser aber mal nebenbei in einem Interview, dass im Asylbewerberheim Am-St.-Niclas-Schacht gar "kriminelles Millieu zu Hause ist".(3)

Das alles schafft Verunsicherung und ist das genaue Gegenteil der Transparenz, welche OB Schramm bei diesem Thema angemahnt hat. Und das in diesem Heim, wo auch Kleinkinder und Familien untergebracht sind, Kriminelle aktiv sind, ist für die echten Flüchtlinge sehr wohl eine Belastung.

Quellen:

(1) Freie Presse: Jugendliche von vier Maennern verschleppt und ausgeraubt

(2) Freie Presse: Asylbewerber überfallen und schwer verletzt

     Freie Presse: Asylbewerber verletzt aufgefunden

(3) Freie Presse: "Sehe keine Gefahr für die Sicherheitslage"