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Kategorie: Ortsgruppe Freiberg
Marko Winter

von Marko Winter

Der Vorstandschef der Freiberger Stadtwerke, Herr Schneegans, wird in der Diskussion um das Film- und Fotoverbot (bzw. um neue Symbolik) in unseren Johannisbad zitiert, es habe „keine Übergriffe durch Flüchtlinge gegeben" (Freie Presse, 23.03.2016). Da uns glaubhafte andere Informationen vorlagen, haben wir zur Sitzung am 07.04. wie folgt nachgefragt:

Anfrage ....: Film- und Fotoverbot im Freiberger Johannisbad, Vorfälle

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Krüger, sehr geehrte Damen und Herren

in der Presse ist eine rege Diskussion um das Foto- und Filmverbot im Freiberger Johannisbad entstanden. Da wir - ich und meine Familie - gerne in unserem schönen Bad sind, interessieren mich die dargestellten Sachverhalte, gerade vor dem Hintergrund, dass es bundesweit zu Übergriffen und Fehlverhalten von Asylbewerbern in den Bädern kommt. Ein berechtigtes öffentliches Interesse halte ich ebenfalls für gegeben ... In diesem Sinn bitte ich um Auskunft:

  1. Im Zeitraum um den 20.09.2015 wird in sozialen Medien von einer Belästigung weiblicher Badegäste durch mehr als 10 „Flüchtlinge“ berichtet. Hat es einen solchen Vorfall gegeben? Wenn ja, was ist passiert und was wurde darüber dokumentiert?
  2. Wenn vorstehend ja, wie ist die Aussage des Vorstandschefs der Freiberger Stadtwerke, Axel Schneegans zu verstehen, welchen die Freie Presse zitiert, es habe „keine Übergriffe durch Flüchtlinge gegeben“?
  3. Wenn vorstehend ja, warum wurde der Vorfall nicht in der Öffentlichkeit behandelt?
  4. Hat es weitere Vorfälle mit Asylbewerbern gegeben?
  5. Werden die Beschwerden der Besucherinnen, Eintritt zahlende Bürgerinnen unserer Stadt, ernst genommen und welche Strategie verfolgt das Johannisbad, um gezielt gegen solche Belästigungen vorzugehen

...

Sollten auch in Freiberg Vorfälle im Sinne der politischen Korrektheit vertuscht und verschwiegen worden sein, wäre das insbesondere nach der Schande von Köln sehr traurig und unverständlich. Vielen Dank für die fristgerechte öffentliche Beantwortung dieser Fragen.

Mit freundlichen Grüßen

Stadtrat Marko Winter

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Unser Oberbürgermeister Sven Krüger hat mit einem umfangreichen Vortrag geantwortet. Neben einigen Belanglosigkeiten habe ich folgende Eckpunkte notiert:

"Übergriffe" hätte es keine gegeben, da der Begriff mit Gewaltanwendung verbunden wäre, so dass Schneegans auf dieser Wortwahl besteht, wohl gab es aber Belästigungen. Die Verwantwortlichen scheinen sich auf diese "Wortklauberei" zurück zu ziehen!

Es wurden drei Vorfälle dokumentiert: Den schwersten Vorfall gab es am 20.09.2015: Damals haben 12 (!) Asylbewerber Frauen im Bad verfolgt und gefilmt, sind dabei auch in die Damendusche und haben erst nach mehrmaliger Aufforderung das Bad verlassen. 
  
Weiterhin wurde auch Beschwerdemanagement vorgestellt. Zur besseren Dokumentation sollten Beschwerden schriftlich erfolgen. Wir bitten alle Betroffenen, das Beschwerdemanangement zu nutzen und zusätzlich einen von uns (Wolfram Kanis und Marko Winter, Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! und Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!) zu informieren.
 
Dankenswerterweise wurde das Thema auch von der Freien Presse aufgegriffen, so dass die Einwendungen der Bürgerinnen und Bürger zumindest indirekt öffentlich bestätigt werden.