Anässlich des Gedenkens an 500. Jahre Reformation, am 31.10.1517 möchten wir auf den Veranstaltung hinweisen, welche die AfD Mittelsachsen bereits im Mai d.J. durchführte: Einen Thematischen Stammtisch mit dem Thema "Martin Luther - Prophet der Deutschen". Nachfolgend der Bericht, Videos und Bilder.

von Dr. Jörg Bretschneider und Redaktion, Bilder Matthias Mehlhorn

Kurzfassung des Abends auf AfD TV Mittelsachsen (siehe Einbettung); (Langfassung ist ebenso auf diesem Kanal zu finden)

Am 19. Mai kam der auch als langjähriger Kolumnist der „Jungen Freiheit“ bekannte Gymnasiallehrer, Historiker und Buchautor Dr. Karlheinz Weißmann nach Freiberg, um über Martin Luthers historisches Umfeld einen Blick auf den Reformator als politischer Akteur zu werfen.

Wie Weißmann anhand von Zitaten aus Luthers Schriften auf beeindruckende Weise aufzeigte, sah sich Luther selbst als jemand, der „seine lieben Deutschen“ vor inneren und äußeren Gefahren warnen und ihnen neben dem geistlichen Weg des Selberglaubens an einen liebenden Gott auch den weltlichen Weg der Emanzipation der „deutschen Länder“ vom Papsttum zu weisen habe, wie sie damals noch hießen, weil es ein „Deutschland“ in der heutigen Form noch nicht gab.

Über seine eigentliche Lebens-Aufgabe der Suche nach einem „gnädigen Gott“ hinaus, den er in der Bibel entdeckte und in einem von „dem Volk aufs Maul schauen“ geprägten Meißnischen Kanzleideutsch seinen Landsleuten verständlich machen konnte, nutzte er den theologischen Widerspruch gegen den Ablasshandel auch als politisches Werkzeug gegen die Plünderungswut der römischen Päpste und deren mächtigsten deutschen Vertreter, den Mainzer Fürstbischof Albrecht von Brandenburg, an seinen deutschen Landsleuten.

Mit der Abschaffung des Zölibats für die protestantischen Geistlichen hob er den gottgefälligen Stellenwert der ehelich gelebten Sexualität hervor und befreite tausende von der Tradition zur Ehe- und Kinderlosigkeit verdammte Frauen und Männer zu einem vollwertigen Leben als Ehepartner und Eltern.

Luther war „Prophet der Deutschen“ auch darin, dass er ihre Stärken sehr gezielt hervorhob und ihre Schwächen ebenso konsequent benannte. Mit seiner prägnanten und sprachlich bildhaften Bibelübersetzung sorgte Luther für eine gemeinsame Sprache und ein erwachendes Nationalgefühl der Deutschen.

Luthers persönliche Begeisterung für Arminius, den germanischen Widerstandskämpfer gegen Roms Expansionsdrang und Dominanzstreben, weist Luther klar als Patrioten eines durch Zersplittterung und gegnerische Übermacht darniederliegenden Vaterlandes auf. Er sah die Neigung der Deutschen kritisch, sich entweder zu schnell als willige Untertanen zu beugen oder zu heftig gegen Missstände und Obrigkeiten zu rebellieren. Letztlich weckte dieser wortgewaltige Mann, der unglaublichen Mut bewies, als er mit dem Schicksal des Jan Hus in Konstanz vor Augen zum Kaiser nach Worms aufbrach, aber dennoch oft zu Depressionen neigte, den „widerständigen Geist“ der Deutschen und gab mit seiner Schrift „Von der Freiheit des Christenmenschen“ auch der weltlichen Freiheit und damit unserer nationalen Selbstbestimmung entscheidende Impulse.

Luther war und ist mehr als nur ein Reformer der Kirche, sondern kann uns auch heute Vorbild sein in seiner scharfen Analyse der Probleme und seinem trotzigen Widerstand gegen die mächtigsten Männer seiner Zeit, in seiner politischen wie religiösen Inkorrektheit und Suche nach Wahrheit. Mut zur Wahrheit, dieses Motto der Alternative für Deutschland ist ganz in Luthers Sinn! Hier stehen wir, wir können nicht anders!