Interview geführt von Dirk Zobel, Schatzmeister der AfD Mittelsachsen

Foto Dirk Zobel
Foto Dirk Zobel

Anmerkung der Redaktion: Das folgende Interview wurde während eines Urlaubs mit dem potentiellen AfD-Mitglied J. S. geführt, welcher von außen auf die Situation in Deutschland schaut. 

J. S. wurde in Oberschlesien geboren und siedelte Ende 1967 als 12-jähriger nach Köln um. Er arbeitete über 35 Jahre in der internationalen Hotellerie, seit 1990 als Hoteldirektor in Afrika und Deutschland sowie seit 1995 in Vietnam und Thailand. Seit 2011 leitet er sein eigenes Unternehmen in der Immobilien-Dienstleistungsbrache in Chonburi – Thailand.

AfD: Wieso möchten Sie Mitglied in der Alternative für Deutschland werden?

A: Seit 2015 verändert sich unsere Heimat dramatisch – dank dem Internet und Besuchern aus Deutschland bekommen auch wir Auslandsdeutsche das in aller Deutlichkeit mit.

F: Warum tangiert Sie die Entwicklung im fernen Deutschland?

A: Meine 3 Kinder, mein alter Vater sowie meine 3 Geschwister leben mit ihren Familien in Westdeutschland. Bei meinem Besuch im Oktober vergangenen Jahres in Köln, München, Dresden und Berlin konnte ich die Bevölkerungsveränderung hautnah erleben.

F: Wie hat sich denn die Bevölkerung verändert?

A: Im allgemeinen Straßenbild, das an den Plätzen, die wir besuchten, geprägt war durch überwiegend männliche Menschen aus offensichtlich muslimischen Kulturen. In München, wo wir im Stadtzentrum in der Nähe der Theresienwiese wohnten, war der weite Radius um unser Hotel bis zum Hauptbahnhof ebenfalls geprägt durch oben genannte Menschen. Dies fiel mir als grundsätzliche und krasse Veränderung im Vergleich zu meinem Besuch zur Hochzeit meines Sohnes im Mai 2014 auf.

F: Aber auch Thailand erlaubt den Zuzug von Ausländern, Sie zum Beispiel…

Thailand hat eine einfache Maxime, die an jedem Immigrationsbüro klar und deutlich auf großen Postern zu lesen ist: Good guys in - bad guys out. Jede/r Ausländer/in, der/die sich in Thailand ansiedeln will, muss nachweisen, dass er/sie für den eigenen Lebensunterhalt aufkommen kann, der Allgemeinheit also nicht zur Last fallen wird. Menschen wie ich, die hier arbeiten, müssen beim Antrag auf ein Arbeitsvisum und eine Arbeitsgenehmigung neben der beruflichen Qualifikation ein polizeiliches Führungszeugnis, ein Gesundheitszeugnis und einen Kapitalnachweis vorweisen. Ausländer dürfen jedoch nur in Bereichen arbeiten, die Thailänder nicht abdecken können. Ausländer bekommen keine Arbeitsgenehmigung für Berufe, die Thailänder verrichten können. 50-jährige Ausländer können ein Visum für einen Langzeitaufenthalt in Thailand beantragen. Aber auch sie müssen Kriterien erfüllen, die sicherstellen, dass sie dem thailändischen Staat nicht zur Last fallen werden.

F: Klingt wie das Gegenteil von Deutschland…

Ja, wer illegal nach Thailand einreist, wird sofort auf einen Rückflug gebucht oder in Abschiebehaft genommen, wenn er die Flugkosten nicht aufbringen kann, bis in der Regel, die Botschaft seines Heimatlandes die Kosten des Fluges sowie die Kosten der Abschiebehaft übernimmt.

F: Und wenn der Einreisende vorgibt ein Flüchtling zu sein?

Die Zurückweisung bzw. Weiterleitung der Rohingya aus dem benachbarten Myanmar in ein moslemisches Land, z.B. Indonesien, zeigt die klare Haltung der thailändischen Regierung an.

F: Also keine Willkommenskultur?

Doch! Thailand ist ein Land, das gerne Menschen aller Couleur willkommen heißt. Dies allerdings im Rahmen der geltenden Gesetze. Illegale Grenzübertritte werden gesetzeskonform behandelt; in der Regel wird der Grenzverletzer festgenommen, auf seine oder auf Kosten seiner Botschaft abgeschoben und mit einem mindestens 5-jährigen Bann (Black List) belegt, die ihm die wiederholte Einreise während dieser Zeit unmöglich macht.

Thailand ist ein buddhistisches Land; wir Ausländer können ungehindert unseren Religionen nachgehen – es gibt Kirchen, Moscheen und Tempel jeglicher buddhistischer / chinesischer etc. Art. Der Staat schreitet jedoch mit Entschiedenheit ein, wenn sich eine Religionsgemeinschaft oder -gruppe mit extremistischen Mitteln gegen andere Religionsgemeinschaften betätigt.  

F: Wie reagieren die Thais auf die Entwicklung in Deutschland?

Nun, für Thais ist Deutschland weit weg. Sie sahen und sehen Deutschland immer noch als ein reiches Land. Die gegenwärtige Entwicklung wird in den hiesigen Massenmedien ähnlich nebelhaft dargestellt wie bei uns bzw. eigentlich im gesamten Westen.

Thailand hat im äußersten Süden des Landes drei moslemische Provinzen, die seit vielen Jahren durch extremistische Terroraktivitäten der ‘moslemischen Freiheitskämpfer‘ auffallen. Die thailändische Regierung hat durch eine Politik der Härte aber auch der Verständigung den angezettelten Konflikt geschickt begrenzen können. Thailänder sind ein Volk mit starker nationaler Identität und Nationalbewusstsein.